| Raffaele Fazio - Editorial 12/06 *** Alle Editorials gibt es hier! |
![]() Wer den Braten riecht... ... der steht nicht selbst in der Küche! * * * Weihnachten steht mal wieder im Kalender, die Temperaturen Jetzt kommt die Zeit der Saisonware par excellence, denn jede Tafel Schokolade Modell „Wintertraum“ hat spätestens Ende Januar gegessen zu sein. Auch im Wein- und Spirituosenhandel werden alle Register gezogen und neben Malt Whisky, Portwein, Rotweinsets und Champagner (für´s Fest und den Jahreswechsel) bietet man gleich noch die Pastete oder den Kaviar dazu an. Mir macht es Spaß in einem riesigen Angebot zu schwelgen, mit den Händlern zu fachsimpeln, sich auch mal auf Neues einzulassen und eben genau das zu kaufen, was man nur im Winter genießen kann. Aber es gibt auch Menschen, denen das Angebot und die Weihnachtszeit allgemein zu anstrengend ist. Oft sind es die Leute, zu denen man dann schließlich eingeladen wird: Freunde, Verwandte oder der Lebenspartner, der in diesem Jahr dafür sorgen muss, dass den Gästen alles Recht ist.
Fakt ist, man hat´s als Gastgeber nicht leicht es allen Recht zu machen und gleichzeitig selbst auf seine Kosten zu kommen. Die Arbeit hinter dem Menü wird nur selten wahrgenommen, die Wege die man gegangen, um ein bestimmtes Gericht servieren zu können, hat man oft genug alleine zurückgelegt. Da bleibt in vielen Fällen keine Zeit für Weihnachtsstimmung und Glockenspiel. Wer an Heiligabend in der Küche steht, riecht den eigenen Braten kaum, und sei er noch so köstlich. Um ihnen die Auswahl der Gerichte und der korrespondierenden Weine etwas leichter zu machen, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und hoffe, dass sie in irgendeiner Weise hilfreich sind, falls sie einen Tipp brauchen. 1. Es ist sehr selten, dass ein Gast kein Geflügel mag. Ein Puter oder ein Truthahn sehen immer toll aus, sind in allen möglichen Gewichtsklassen zu haben und schmurgelt, wenn er erstmal im Ofen ist, stundenlang gemächlich vor sich hin, während man selbst genug Zeit hat, anderes vorzubereiten und sich ein Glas Champagner zu gönnen. Bei der Weinauswahl kann man auch ein paar goldene Regeln festlegen: 1. Damen lieben Merlot, die Herren mögen Cabernet Sauvignon. Für die Damen darf der Wein meist etwas fruchtiger und samtiger sein, die Herren fühlen sich mit kräftig-erdigen Weinen in ihrer männlichen Art bestätigt.
Alle Tips und Anregungen haben natürlich nur Vorschlagscharakter. Es sind meine Erfahrungen, die ich in vielen Jahren gesammelt habe und mit denen ich selten falsch lag. Das wichtigste Kriterium für ein gelungenes Weihnachtsessen ist Entspanntheit. Wer sich stresst, macht sich selbst und seinen Gästen keine Freude. Weihnachten ist ein besinnliches Fest und sollte Besinnlichkeit ausstrahlen, das gilt auch für die Gäste, die den Gastgeber und seine Bemühungen nicht als selbstverständlich betrachten sollten, denn ein Lob tut allen gut; dem, der es bekommt und dem, der es ausspricht... In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, Kunden und Freunden von vinotaurus.com ein genussvolles, entspanntes, beschauliches und schönes Weihnachten im Jahre 2006. Essen Sie gut, trinken Sie noch besser und kommen Sie mit guten Vorsätzen gesund ins neue Jahr! Ihr Raffaele Fazio |